Schlagwort: Sicherheit

FuSi- Zertifikat für Telematikstudierende

Für Studierende im Master Telematik und Wirtschaftsinformatik wird das Wahlpflichtfach „Fahrerassistenzsysteme & Car2X“ in Kooperation mit der Volkswagen AG und der Volkswagen-Tochter Carmeq GmbH angeboten. Zu den Schwerpunkten der Veranstaltung gehört die praxisnahe Umsetzung automobiler Assistenzsystem-Funktionen. Hierzu gehört auch die Einhaltung von Entwicklungsvorgaben, wie beispielsweise der ISO-Norm 26262 Funktionale Sicherheit (FuSi). Diese Norm gilt als Stand-der-Technik im Rahmen der Entwicklung elektrischer Systeme im Fahrzeug und soll dazu dienen, Gefahren und Risiken, die durch Fehlfunktionen im Betrieb auftreten könnten, von Vornherein zu erkennen und bereits im Entwicklungsprozess zu berücksichtigen.

Als eine der wenigen Hochschulen in Deutschland wird im Rahmen der Veranstaltung eine FuSi-Schulung durch die Carmeq GmbH durchgeführt. Hierzu gehört auch die darauffolgende Anwendung dieser Norm auf die jeweiligen Assistenzsystem-Funktionen durch die Studierenden selbst.

Zertifikat 1

Bei Bestehen der Prüfung wird das hier dargestellte Zertifikat überreicht, welches für spätere Bewerbungen, nicht nur im Automobilbereich, von Vorteil sein kann.

Vermeidung von Kollisionen zwischen Nutzfahrzeugen und Radfahrern

Der Straßenverkehr ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich sicherer geworden. Die Zahl der Kollisionen zwischen Fahrradfahrern und Nutzfahrzeugen (NFZ) ist jedoch immer noch hoch. Ein typisches Szenario liegt an innerstädtischen Kreuzungen vor, wenn schwere NFZ rechts abbiegen wollen und den Radweg bzw. den rechten Fahrstreifen nicht oder nur ungenügend einsehen können. Hier kommt es immer wieder (oft auch durch wenig defensives Verhalten der Radfahrer) zu schweren und häufig tödlichen Unfällen.

Dieser Thematik haben sich die Studentinnen und Studenten im dritten Semester des Master-Studiengangs Telematik angenommen. Im Rahmen der Lehrveranstaltung Telematik-Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Brunthaler und Prof. Dr. Ralf Vandenhouten sollten sie ein technisches Konzept und Prototypen entwickeln, mit denen sich die Zahl der Kollisionen signifikant reduzieren lassen.

Die Lösungen sollten unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:

  • Hohe Zuverlässigkeit (Kollisionserkennungsrate)
  • Einfacher Einbau, geringes Gewicht und Raumbedarf
  • Langlebige bzw. autarke Energieversorgung
  • Darstellung / Warnung der ermittelten möglichen Unfallschwerpunkte bei Annäherung sowohl für NFZ-Fahrer als auch für Radfahrer
  • Telemetrische Übertragung der Position jedes mobilen Gerätes an eine Zentrale zur Erkennung von potentiellen Unfall-Schwerpunkten und als Hilfsdaten für Verkehrslage-Systeme
  • Ereignis-Logging zur statistischen Auswertung von Beinahe-Kollisionen
  • Einhaltung des Datenschutzes
  • Nachweis der Tauglichkeit des Konzeptes durch eine VR-Simulation (Virtual Reality)

 

Die Systeme sollten jeweils miteinander kommunizierende Komponenten für Fahrräder, Nutzfahrzeuge und die Straßeninfrastruktur einhalten. Die Aufgabe wurde von drei Teams mit jeweils sechs Studierenden bearbeitet und erfolgreich gelöst. Eingesetzt wurden dabei unterschiedliche Technologien wie Bildverarbeitung mit Farb- und IR-Kameras, Radar, LIDAR, Bluetooth, WiFi, Mobilfunk. GPS sowie diverse Hardware-Komponenten für Embedded Computing. Die Ergebnisse stellen die drei Gruppen auf ihren Projekt-Webseiten vor:

Patrick Below, Konstantin Bychkov, Johannes Reger, Hans-Werner Roitzsch, Stefan Tietz und Konstantin von Eigen haben das System Ghisallo realisiert.

Die Lösung LiveSensor wurde von Benjamin Körner, Kevin Kroll, Marcel Linke, Christopher Rohrlack, Roman Tsoy und Christian Wille entwickelt.

Von Christian Bach, Janine Bressler, Christian Günther, Jonny Leuschner, Arsentiy Myglin und Daniyar Nurpeissov stammt das System ThirdEye.