Schlagwort: Telematik

Vermeidung von Kollisionen zwischen Nutzfahrzeugen und Radfahrern

Der Straßenverkehr ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich sicherer geworden. Die Zahl der Kollisionen zwischen Fahrradfahrern und Nutzfahrzeugen (NFZ) ist jedoch immer noch hoch. Ein typisches Szenario liegt an innerstädtischen Kreuzungen vor, wenn schwere NFZ rechts abbiegen wollen und den Radweg bzw. den rechten Fahrstreifen nicht oder nur ungenügend einsehen können. Hier kommt es immer wieder (oft auch durch wenig defensives Verhalten der Radfahrer) zu schweren und häufig tödlichen Unfällen.

Dieser Thematik haben sich die Studentinnen und Studenten im dritten Semester des Master-Studiengangs Telematik angenommen. Im Rahmen der Lehrveranstaltung Telematik-Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Brunthaler und Prof. Dr. Ralf Vandenhouten sollten sie ein technisches Konzept und Prototypen entwickeln, mit denen sich die Zahl der Kollisionen signifikant reduzieren lassen.

Die Lösungen sollten unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:

  • Hohe Zuverlässigkeit (Kollisionserkennungsrate)
  • Einfacher Einbau, geringes Gewicht und Raumbedarf
  • Langlebige bzw. autarke Energieversorgung
  • Darstellung / Warnung der ermittelten möglichen Unfallschwerpunkte bei Annäherung sowohl für NFZ-Fahrer als auch für Radfahrer
  • Telemetrische Übertragung der Position jedes mobilen Gerätes an eine Zentrale zur Erkennung von potentiellen Unfall-Schwerpunkten und als Hilfsdaten für Verkehrslage-Systeme
  • Ereignis-Logging zur statistischen Auswertung von Beinahe-Kollisionen
  • Einhaltung des Datenschutzes
  • Nachweis der Tauglichkeit des Konzeptes durch eine VR-Simulation (Virtual Reality)

 

Die Systeme sollten jeweils miteinander kommunizierende Komponenten für Fahrräder, Nutzfahrzeuge und die Straßeninfrastruktur einhalten. Die Aufgabe wurde von drei Teams mit jeweils sechs Studierenden bearbeitet und erfolgreich gelöst. Eingesetzt wurden dabei unterschiedliche Technologien wie Bildverarbeitung mit Farb- und IR-Kameras, Radar, LIDAR, Bluetooth, WiFi, Mobilfunk. GPS sowie diverse Hardware-Komponenten für Embedded Computing. Die Ergebnisse stellen die drei Gruppen auf ihren Projekt-Webseiten vor:

Patrick Below, Konstantin Bychkov, Johannes Reger, Hans-Werner Roitzsch, Stefan Tietz und Konstantin von Eigen haben das System Ghisallo realisiert.

Die Lösung LiveSensor wurde von Benjamin Körner, Kevin Kroll, Marcel Linke, Christopher Rohrlack, Roman Tsoy und Christian Wille entwickelt.

Von Christian Bach, Janine Bressler, Christian Günther, Jonny Leuschner, Arsentiy Myglin und Daniyar Nurpeissov stammt das System ThirdEye.

Nominiert für den Designpreis Brandenburg 2015

Für den vom Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg ausgelobten Designpreis Brandenburg hatten sich über 150 Einreicher für eine Auszeichnung in den Kategorien Kommunikations-, Produkt-, Interface- oder Nachwuchsdesign beworben.

In der Kategorie Interfacedesign wurde auch Unidos, Technische Hochschule Wildau, Projekt iCampus Wildau nominiert. Entwickelt wird die App von Studierenden und Mitarbeitern im Studiengang Telematik unter der Leitung von Prof. Janett Mohnke.

Am Mittwoch, den 18. November 2015 werden die Auszeichnungen im Nikolaisaal Potsdam  vergeben. Die Preisverleihung des Designpreis Brandenburg eröffnet die Designtage Brandenburg, wo alle Nominierten in der Designpreis Brandenburg Ausstellung gezeigt werden.

Masterarbeit TPEG

DLR, Berlin, 20. Januar 2015

Thema: Anreicherung eines FCD-Verkehrsinformationssystems durch TPEG-Meldungen

Die Erfassung einer flächendeckenden Verkehrslage in Großstädten und Ballungsräumen ist mit konventionellen Technologien, wie zum Beispiel lokalen Messschleifen und Infrarotsensoren, nur stichprobenartig möglich. Darüber hinaus erlaubt eine lokale Verkehrslageerfassung, insbesondere in städtischen Gebieten nicht die Messung von Reisezeiten und Reisegeschwindigkeiten, welche eine weitere, ergänzende und wertvolle Messgröße darstellen. Einen Ausweg aus dieser Situation bieten im Verkehr mitfließende Fahrzeuge (Floating Car Data (FCD)), die diese Information zur Verfügung stellen. Seit 2001 forscht und entwickelt das DLR an der Nutzung dieser Technologie, so dass inzwischen ein ausgereiftes System zur Verfügung steht, in dem dennoch ein erhebliches Potential zur Weiterentwicklung steckt.

Die Masterarbeit umfasst die Erweiterung des bestehenden FCD-Informationssystems des DLR durch Informationen aus TPEG-Meldungen. Als wesentliche zu verarbeitende TPEG-Meldungen sollen zum einen Meldungen über angekündigte Störungen, wie Baustellen und Sperrungen von bestimmten Straßenabschnitten, die schon im Voraus mittelfristig bekannt sind (z.B. bei Großveranstaltungen), berücksichtigt werden. Zum anderen sollen auch kurzfristig eintreffende Unfallmeldungen, Sperrungen und Stauwarnungen (teilweise inkl. Angabe der Restgeschwindigkeit) mit den aus dem FCD-System generierten Werten verglichen und zu einer insgesamt verbesserten Verkehrsinformation fusioniert werden. Wesentliche Arbeitsschritte umfassen:

  • Dekodierung und Aufbereitung des TPEG-Datenstroms,
  • Validierung der TPEG-Meldungen mit Informationen aus FC-Daten,
  • Entwicklung eines Software-Moduls zur Anreicherung von FCD-Informationen durch TPEG (Einbindung in Online-FCD-Verarbeitung des DLR),
  • Visualisierung von Meldungen und Informationen zu Verkehrsstörungen in der webbasierten DLR-Kartenvisualisierung,
  • Entwicklung eines Software-Moduls zur Bereitstellung der aufbereiteten TPEG-Verkehrsinformationen (Online).
Wir bieten Ihnen fachliche und methodische Unterstützung bei der Bearbeitung Ihrer Masterarbeit und die Mitarbeit in einem engagierten kompetenten Team. Eigene Ideen und Fragestellungen sind willkommen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei David.Suske@dlr.de (Tel. 030 67055 152) oder bei Eric.Melde@dlr.de (Tel. 030 67055 378).